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   Blick über die Wümme zu Dammsiel

  Zahlreiche dieser alten Fachwerkhäuser

  stehen am Deich

  So lässt sich's leben ...

 

 

Das Blockland


"In der Stadt - mitten auf dem Land"

So oder so ähnlich könnte man das Leben im Blockland beschreiben, denn obwohl offiziell ein Stadtteil von Bremen, ist es in Wahrheit doch viel mehr Dorf als Stadt. Rund 15 Kilometer erstreckt sich der Blocklander Deich und folgt dabei immer schön dem Lauf der Wümme. Und obwohl es das Blockland auch noch auf eine ganz beachtliche Breite bringt, leben hier nur etwas über 400 Einwohner. Herrlich ruhig! Es sei denn... na ja, es sei denn es ist Vatertag, Pfingsten oder einfach nur ein schöner, sonniger Sonntag. Dann könnte man meinen ganz Bremen hat sich zu Fuß, per Fahrrad oder auf Inline Skates auf ins Blockland gemacht. Als Anwohner muss man dann schon ganz schön hart gesotten sein, um sich noch freiwillig aus dem Haus und gar per Auto auf den Deich zu wagen. Denn obwohl die Blocklander und ihre "Urlaubsgäste" sich in der Regel sehr gut vertragen, gibt es unter den Urlaubern doch immer wieder schwarze Schafe, die meinen, den gesamten Deich für sich alleine gemietet zu haben.
 

"Landwirte - die Schöpfer des Blocklandes"

Leider fallen gerade diese "Besuchstage" im Blockland oft mit dem größten Arbeitsanfall auf den Höfen zusammen, und so ist es nur natürlich, dass so mancher Landwirt reichlich flucht, wenn er mal wieder hinter einem Walkman-hörenden Inliner her fährt, oder gar wegen den am Dorfeingang geparkten Autos gar nicht mehr auf seine Felder kommt. Besonders paradox ist dies, weil diese Landschaft ohne die Landwirte nie entstanden wäre. Denn nur die Jahrhunderte Lange Pflege, Kultivierung und sanfte Bewirtschaftung des Landes hat aus dem früheren Moorgebiet dieses Besucherparadies gemacht. Nicht zuletzt die Deichpflege war Jahrhunderte lang Aufgabe der Anwohner, also der Landwirte. Man kann nur hoffen, dass dies auch den Behörden in Bremen bewusst ist, und nicht durch die Schaffung von Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen das Blockland irgendwann wieder zum Moor wird, wenn der letzte Landwirt seinen Hof aufgeben musste. Hier ist der Tourismus wieder eine Chance für die Landwirte. Durch die Vermarktung ihrer eigenen Produkte in Hofläden, oder den Umbau ungenutzter Betriebsgebäude zu traumhaften Ferienwohnungen können sie die Ausfälle vielleicht etwas besser wegstecken.

Im Moment sieht es so aus, als ob den Blocklandern der Spagat gelingt. Obwohl die touristischen Angebote in den letzten Jahren stark zugenommen haben, ist die "Seele" des Dorfes doch erhalten geblieben. Die Landwirtschaft bildet noch immer die Grundlage des Blocklandes, und die Anwohner tun ihr bestes um auch die alten Bauernhäuser zu erhalten, was nicht nur viel Arbeit, sondern auch einen Haufen Geld kostet.

 

 
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